Mittwoch, 25. Januar 2012

Off-Topic: Googlen und über die Notwendigkeit von Neologismen

Ich lese gerne die Statistik, die mir verrät, über welche Googlesucheinträge man auf meinen Blog gelangt.
Ficken war heute morgen das einzige Wort, einfach nur ficken. Ich mag es ja, das Wort. Meine Freundinnen glauben, dass ich eine eigene Bedeutung für es gefunden haben muss, eine spirituellere als im allgemeinen gemeint und verstanden.
Nachdem ich nachgoogelte auf der wie-vielten Seiten Google auf meinen Blog verweist, kam ich zu der Überzeugung, dass es wohl so sein muss. Ich kam bis zu Seite 20, übrigens ohne meinen Blog zu finden. Fickweiber, Mutti ficken, Neger ficken...All das hörte sich nicht im entferntesten danach an, was ich meine, wenn ich ficken sage. Muss ich wohl ein neues Wort erfinden. Alle Wörter, die es gibt, gefallen mir nämlich nicht:

Poppen: Klingt wie Popcorn machen und ein wenig nach popeln.
Liebe machen: Klingt zu wenig sexuell, zu zwangsläufig sanft und verkuschelt. So als ginge das nicht auch mit Hass.
Miteinander schlafen: Dieser Sprechweise ist es zu verdanken, dass ich als Mädchen dachte, man läge dabei regungslos aufeinander, am besten mit geschlossenen Augen.
Geschlechtsverkehr: Erklärt sich fast von selbst. Klingt furchbar bürokratisch, als müsste man davor einen Antrag stellen und zudem noch als wäre es eine ansteckende Krankheit.

Kommentare:

  1. stimmt, wir brauchen ein neues Wort. Bumsen ist ja auch nicht geeignet, das klingt wie ein Zusammenstoß von Spielzeugautos. Sex haben klingt wie eine Krankheit.

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    1. Bumsen habe ich ganz vergessen danke für die wertvolle Ergänzung] und "Sex haben", hab ich gleich heraus geschmissen, weil es echt sperrig ist. Das haben lässt es einmal in deinem Sinne krankhaft erklären, wie die Windpocken haben. Und dann noch durch den konsumierenden Charakter des Wortes: "Ich möchte bitte 5Kg Sex haben"- "Das macht dann 29,99$, bitte!"

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  2. Antworten
    1. Auch vögeln hatte ich vergessen, ich muss da immer an Vögel denken und ehrlich gesagt, turnt mich das ziemlich ab. Vögel und Freiheit, Vögel und Fliegen, Vögel und brüten, all das. Aber Vögel beim Sex, passt für mich nicht. Vögel sind in meiner Vorstellung asexuelle Wesen, auch wenn das natürlich totaler Unsinn ist. [Aber du darfst das Wort natürlich auch weiterhin schön finden.] :)

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  3. Ich mag ja ein Wort, dass es glaub nur so in meiner Muttersprache gibt "mit jemanden ins Nest gehen" ("Bisch mit äm is Näst?") obwohl dass auch sehr was mit Vögel(n) zu tun hat.

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    1. Hazelmate, danke für deine Ergänzung.
      Das hört sich süß an! So als metaphorische Umschreibung, finde ich das wirklich nett. Vor allem,weil es nichts verwerfliches andeutet, sondern einer Natürlichkeit Ausdruck verleiht.
      Nur dürfte mir niemand kommen mit: Won wa is Näscht gähe? Oder Ok, niemand ist übertrieben. Sagen wir lieber: Er müsste extrem anziehend sein oder ich unzurechnungsfähig.

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    2. Bitte ;-)
      Wir brauchen das auch meistens nicht als direkte Frage wenn Jemand mit Jemandem anderen "kopulieren" will (ah, ich liebe diese vollkommene trockene Ausdruck) sondern eher wenn du in der dritten Person davon erzählst oder als Frage formulierst. Ach und wir Schweizer neigen dazu, für Deutsche "niedliche" Ausdrücke zu benutzen; in der Realität ist es aber so - wie auch im restlichen allemannischen Sprachraum - dass es oft sehr derbe Formulierungen sind. ("ds Füdli vou lachä = wortwörlich: sich den Arsch volllachen, in etwa so wie das deutsche sich einen Ast lachen) Und wir haben durchaus noch andere Ausdrücke dafür, ebenso das Wort "ficken" allerdings heisst es dann bei uns - und jetzt wirst du es wieder niedlich finden - "figgä" ;-)

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    3. Sich den Arsch volllachen, das nehme ich sofort auf in meinen Sprachgebrauch.
      Und figaä hört sich wirklich niedlich an, in meinen Ohren. Alles, was dem Wort die nötige Härte gab, ist entwichen.

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  4. Ich find' "ficken" für den Alltagsgebrauch untauglich, das sollte schon weiterhin ein Reizwort im Bett bleiben. Ich find' "vögeln" auch gut. Manche mögen ja "rammeln" oder "es ihr/ihm besorgen". Das ist schon eine Sparte dreckiger. Sexeln ist auch okay. Wenn ich mich mit anderen über Sex unterhalte, mit denen ich nicht vorhabe, zu schlafen, muss das Wort nicht unbedingt reizvoll sein, es soll nur sagen, worum's geht.

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    1. Ficken, ein Reizwort im Bett.
      Das gefällt mir. Ich vestehe ja selbst nicht, warum es mir im und außerhalb so gut gefällt, und warum ich da nie an stricken denken muss oder an Gummipuppen.
      Ficken bleibt ein Reizwort, dann anders gesprochen, anders gemeint.

      Und..OH: Rammeln ist grausam. Das sage ich nicht einmal zu Kaninchen. "Es ihr/ihm besorgen" klingt verklemmt. Was denn besorgen?, will ich dann fragen. Sexeln kannten ich nicht. Das klingt nach einem Dialekt [sächseln, urrgh].

      Hmm, ich werde wohl weiterhin ficken sagen. Und "Sex haben", wenn ich mich gewählter ausdrücken will.

      Lustigerweise braucht man es ja gar nicht, wenn man mit jemanden geschlechtsverkehren will, sondern nur um darüber zu reden. Ansonsten ist das etwas, das man besser körperlich klärt, "es" einfach tut, beim ersten Mal. Und später dient es ja dann eher verbaler Stimulation oder ist oraler Ausdruck seiner Lust.

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