Wie man unten sehen kann, hab ich noch so viel mit mir selbst zu tun, mit meinen persönlichen Verhaltensstörungen, dass jegliche Kreativität im Keim erstickt wird. Ja- nicht nur die Ratio leidet unter meiner Unreife, sobald ich einmal die bin, die begehrt. Aber genug davon. Ich arbeite daran.
Festhalten wollt ich einige Aussagen Alis, die ansonsten meiner Amnesie zum Opfer fallen und zu Unrecht zum Vergessen verurteilt sein würden.
Ali: "Mama, gibt es eine Rückblende?"
Ich: "Was meinst du denn genau damit?"
Ali: "Naja, das man in die Vergangenheit zurückgehen kann. Dann könnte man dort etwas ändern, wenn das ginge."
Ich: "So weit ich weiß, geht so etwas nicht"
Ali: "Aber warum gibt es denn das Wort, wenn es das gar nicht gibt?"
Ich: "Das finde ich eine sehr schlaue Frage. Das Wort kommt, glaube ich, aus Büchern und Filmen. Dort kann man nämlich eine Rückblende machen und in die Vergangenheit gehen. In unserem Leben geht so etwas wohl nicht, außer in deinen Gedanken. Dort kannst du zurückgehen..."
Ali:"Aber nichts ändern!" Ich nicke (und überlege, ob ich das nicht relativieren sollte, lasse es aber dann bleiben. Die Welt wird noch früh genug noch komplizierter).
Ali seufzt: Schade
Ich schneide nach Absprache Ali die Haare, die wie Unkraut wachsen mit der Haarschneidemaschine. Da ich ihm aus pädagogischen Gründen, in der Überzeugung, dass der Abstandhalter die eigentliche Arbeit tut, erlaube, anzufangen und er es dabei jedoch schafft, sich eine Stelle fast kahl zu rasieren, muss ich sie sehr kurz machen. Sehr kurz. Das ist an sich noch kein Problem, denn er hat eine sehr schöne Kopfform und es sieht in allen anderen Augen viel besser aus, als die Meerschweinchenfrisur von davor. Nur in den Augen des Trägers, ist er nun entsetzlich verstümmelt und bricht in Tränen aus. "Ich geh nicht wieder raus, bis es nachgewachsen ist!" Ich versuche zu trösten: "Das wird nicht gehen. Aber wenn es dich so stört, dann kannst du eine Mütze aufsetzen und du wirst sehen, deine Haare wachsen so schnell, in einer Woche sind sie wieder ein ganzes Stück gewachsen!"
Er schaut mich zynisch und voller Unglauben an: "Woher willst du denn das wissen? Seit wann kannst du in die Zukunft schauen?" Ich: "Das kann ich nicht, aber ich habe deine Haare schon zuvor wachsen sehen und kann es deshalb einschätzen."
Beide Geschichten erinnern mich, an Philosophie. Metaphysik und Logik. Die Sache mit der Zeit und induktive Schlüsse.
Gestern kam er aufgrund irgendeiner (für mich jedenfalls) Belanglosigkeit nach einiger Zeit (5min.) immer noch zutiefst beleidigt aus dem Bad, in dem er sich eingeschlossen hatte und sagte: "Ich war ne ganze halbe Stunde im Bad und habe versucht mit Gott zu sprechen."
Süßigkeiten an der Kasse
-
Die bekommt man jetzt in unserem Supermarkt geschenkt, wenn man über 10
Euro einkauft. Wenn ihr mich fragt, sind das gute Köder. Einsortiert
unter:Aus dem ...
vor 9 Stunden

Ich kann und will dazu gar nicht viel sagen. Ich kann's auch nicht richtig erklären. Aber das hier ist eines meiner Lieblingseinträge von Dir. Frag' mich nicht jetzt, wieso. Vielleicht weiß ich es ja in einer Woche. Vielleicht.
AntwortenLöschenSchlaft gut. Und bitte grüß Ali von mir. Wirklich. Tu's, okay?
Hab ich gemacht. Er hat verschämt gegrinst und sich gefreut. Liebe Grüße Mary
AntwortenLöschenSalam liebe Maryam und lieber Ali!
AntwortenLöschenBei der Frisiergeschichte habe ich doch gleich Parallelen zu Leonard Cohen entdeckt, der eventuell ein ähnliches Kindheitstrauma erlebt haben mag, wobei ich mir sicher bin, dass du nicht so brutal vorgegangen bist:
"She tied you to a kitchen chair,
She broke your throne,
She cut your hair..."
Hallelujah!
PS: Dieser schnelle wilde Haarwuchs erinnert außerdem noch an Harry Potter (der wohl nicht umsonst diesen phonetisch mit "hairy" identischen Vornamen verpasst bekommen hat), was Ali doch bestimmt cool findet. Dessen Haare wachsen auch wie Kraut und Rüben und stehen unmöglich in alle Richtungen ab, was in den gelackschniegelten Kinofilmen nicht mehr so zur Geltung kommt.
Salam liebe Jasmin,
AntwortenLöschendas Lied kenne ich gut, bin selbst jedoch nicht darauf gekommen diese Assoziation zu knüpfen. Sehr schön! :)
Ich habe mal gehört, dass es wirklich den Glauben gib, dass durch das Abschneiden der Haare, Kräfte verloren gehen sollen.
Ali gibt (immer noch nicht) nichts gern von seinem Körper ab. Fingernägel, Fußnägel, Haare, Schmutz...Wenn es nach ihm ginge, dann würde er sich für die Rolle des Struwelpeters melden; natürlich die modern, verweichte Version mit Happy End und Toleranz.
Er meint ja sogar, ein Junge müsse dreckig sein, und ich könnte das nur nicht verstehen, da ich eine Frau bin.
Hairy Potter...hahaha! Was für ein Stilmittel wäre das nochmal, eine Allusion?
Und weißt du vielleicht, warum es für Mädchen nur den Diminutiv gibt? Made wird kaum die Grundform sein. Mädel--vielleicht?
Ich tippe mal auf "Maid" oder so.
AntwortenLöschenMit Benennung von Stilmitteln kenne ich mich nicht so aus, hatte nur anlässlich irgendwelcher Klausuren das nötigste im Kurzzeitgedächtnis. Aber J.K.Rowling, die Autorin der Harry Potter Bücher, ist auch eine wunderbare Namenserfinderin für ihre Figuren.
Und was das Dreckanziehen geht, erinnerst du dich noch an diesen einen Jungen von Charlie Brown und die Peanuts? Ich weiß leider gerade den Namen nicht, aber der zog doch den Schmutz magnetisch an, kaum war er gewaschen, kam alles wieder zurück. Auch in der homöopatischen Typeneinteilung (die mir persönlich nicht so gefällt, aber über welche ich mal ein bisschen gelesen habe) gibt es den Sulfur-Typen, der auch frisch gewaschen schmuddelig wirkt und sich überdies nicht gerne wäscht (also weil er Beschwerden auf der Haut vom Waschen bekommt, trockene Haut hat). Hat also seine Berechtigung. Ich finde das alles ganz normal und du siehst es ja auch mit Humor. Es gibt auch ein schönes Lied von Rolf Zuckowski mit der Textstelle:
"Es gibt noch echte Kinder,
Die in der Sonne spielen
Und die sich wenn sie schmutzig sind,
Erst richtig glücklich fühlen."
Ich kann die also zu einem echten Kind gratulieren!
Das mit der Kraft in den Haaren ist doch eine alte Sage um Samson, der seine Kraft verliert, weil irgendjemand fieses (wahrscheinlich seine dumme Frau, wie das in den Geschichten so üblich war) ihm seine langee Mähne abschneidet.
So jetzt aber genug gebrainstormed und dich von Klausurvorbereitungen abgehalten ;-), wofür ich dir alles Gute wünsche. Inshaallah frustet dich das Auswendiggelerntes-schnell-niederschreiben nicht zu sehr.
Liebe Grüße
Jasmin
Liebe Jasmin
AntwortenLöschenCharly Brown habe ich letztens erst geschaut: Happiness Is a Warm Blanket! Pig Pen heißt der dreckige Junge. Aber Ali hat weder viel mit ihm gemeinsam-weil viel lebendiger und kontaktfreudiger- noch mit dem Sulfur-Typen, denn wäscht man ihn, sie er sehr sauber aus.
Was das Lernen angeht, bin ich nicht frustriert, im Gegenteil, ich finde es tatsächlich interessant und habe gerade den Eindruck, nicht viel mitbekommen zu haben, in den Semestern, oder zumindest nur aus dem Kontext gerissen und dazu noch oberflächliches.
Die Lernarbeit für Deutsch liegt ja im Prinzip in einem Geschichtsverständnis und ganz ehrlich gesagt, habe ich das bis jetzt immer nur husch-die-wusch behandelt. Denn ich arbeite gerne nur mit dem gegeben Text, seziere und analysieren, interpretiere, vergesse das Kontextualisieren darüber. Vom Kleinen zum Großen, ergibt für mich mehr Sinn nur das ich dann nicht mehr zum "Großen" komme.
Realistisch sieht es aber wohl so aus-das entnehme ich den Erwartungshorizonten und Lernbüchern-,dass der Text durch mit den Schlüsselwörtern, der Zeit gelesen werden sollen. Man darf/soll also gar nicht allein drauf kommen, sondern soll gleich eine Schablone drauf legen.
Damit habe ich mich jetzt abgefunden, aber mir selbst vorgenommen differenzierter vorzugehen, also mehr als nur "Barock: Vanitas, Carpe Diem, Memento Mori (steht komischerweise nicht auf Kaffeetassen),Antithetik herunterzuleiern. Interessiert das überhaupt? Egal, musst es trotzdem hören.
Das mit der Maid überzeugt mich, wollt ich noch sagen.
Jetzt lese ich noch ein wenig (ich bin echt sehr stolz, dass ich wirklich früher angefangen habe, als ein Tag vor der Prüfung)und hoffe dann, dass ich es schaffe das morgen sacken zu lassen (übermorgen ist die Prüfung). Wie ich mich kenne, wird das aber nichts, da das traditionell mein wichtigster Tag ist.
Liebe Grüße zurück!Maryam